Jahresbericht des

Bezirksvereins für soziale Rechtspflege Lörrach

 

 

- Geschäftsjahr 2005 -

 

Für das Geschäftsjahr 2005 wurde die Tätigkeit des Vereins aus den Vorjahren ohne Änderung weitergeführt, wir verweisen wieder auch auf die Jahresberichte der Vorjahre.

Schwerpunkt der Arbeit des Vereins bleibt die Betreuung und Beratung von straffällig gewordenen Personen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten, welche aus eigener Kraft nicht fähig sind, diese Schwierigkeiten zu überwinden, und deren Leben in der Gemeinschaft durch die Straffälligkeit und den daraus resultierenden Folgen wesentlich eingeschränkt ist.

Darunter fällt insbesonders der Personenkreis der direkt aus der Haftanstalt entlassenen Menschen. Hier gewährten wir im Jahr 2004 letzmals in Zusammenwirken mit dem Badischen Landesverband und dem Landeswohlfahrtsverband Baden Hilfen nach 72 BSHG.

Bei diesen Personen handelte es sich ausschließlich um strafentlassene Personen, die im Wohnbereich Haus Kirchstr.6 und Haus Hartmattenstrasse 113 aufgenommen wurden.

Mit der Kommune als Rechtsnachfolger des Landeswohlfahrtsverbandes Baden haben wir nun auch für die Geschäftsjahre 2005, 2006 und 2007 die Fortsetzung der Hilfen und deren Förderung nach 67 ff. SGB XII vereinbart.

Daneben haben wir auch ausserhalb der Hilfen nach 67 SGB 12 ff. allgemeine Beratung und Betreuung für Personen bzw. deren Angehörigen angeboten, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind.

Für den Bereich Jugendamt/Jugengericht/Jugendstaatsanwaltschaft haben wir die Vermittlung und Betreuung von gerichtlich angeordneten Arbeitsauflagen aus den Vorjahren weitergeführt, ebenfalls die Durchführung des Täter-Opfer-Ausgleichs für Jugendliche und Heranwachsende.

Unser Dank gilt den Richterinnen und Richtern des Amtsgerichtes Lörrach und den Damen und Herren der Staatsanwaltschaft Lörrach.

Ohne deren Unterstützung, die wir von dort auch und insbesonders über die Zuweisung von Geldauflagen erfahren haben, wäre die Erfüllung der satzungsgemäßen Aufgaben nicht möglich gewesen.

Dank auch den vielen Einsatzstellen, die eine Ableistung gemeinnütziger Arbeit ermöglichen und Dank an die Behörden und Dienststellen, die durch die gute Zusammenarbeit zum Erfolg unserer Arbeit beigetragen haben.

Nach wie vor erfüllt der Verein mit seiner Tätigkeit öffentliche Aufgaben für die ansonsten der Staat die finanziellen Mittel aufzubringen hätte.

 

 

 

TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE

 

I. Unterhaltung des Übergangswohnheimes für Strafentlassene

 

II. Führung der Beratungsstelle für Strafentlassene

 

III. Sonderfonds

 

IV.Vermittlung und Betreuung von Jugendlichen und Heranwachsenden, welche

Arbeitsauflagen nach gerichtlichen Weisungen zu erbringen haben

 

V.Täter- Opfer-Ausgleich

 

VI.Unterstützung der Justizvollzugsanstalt Lörrach

 

VII.Unterstützung der Bewährungshilfe Lörrach

 

I. Übergangswohnheim und II. Beratungstelle

Im Wohnheim betreuen wir Straffällige nach der Haftzeit mit dem langfristigen Ziel, gemeinsam mit den betroffenen Personen geordnete Lebensverhältnisse für sie zu erreichen. Hierzu gehört auch die berufliche und soziale Integration.

Kurzfristig soll durch die Abwendung der drohenden Obdachlosigkeit nach der Haftentlassung und durch das Angebot der Unterstützung bei akuten Problemen die Abwendung der Gefahr einer erneuten Straffälligkeit nach der Haftentlassung erreicht werden.

Durch unbürokratische, schnelle und direkte Hilfen wollen wir das Verhalten der Straffälligen in geordnete Lebensverhältnisse positiv beeinflussen und eine Stabilisierung der betroffenen Personen erreichen.

Unsere Arbeit dient dabei auch der Abwendung und Vermeidung neuer Straftaten.

Im Übergangswohnheim in der Kirchstr 6 in Lörrach hatten wir wie im Vorjahr sechs Wohnplätze, aufgeteilt in drei verschiedenen Wohngruppen zum Zwecke des Wohnens nach der Haftentlassung zur Verfügung.

Daneben hatten wir die externe 2 Zimmer Eigentumswohnung in der Hartmattenstraße im Wohnangebot.

Das Wohnangebot in der Regio an preiswerten Wohnungen hat sich nicht gebessert. Bei unserem finanzschwachen Klientel ginge ohne unsere Hilfe bei der Wohnungsanmietung wenig. Hartz IV hat die diesbezüglichen Bewerbungschancen auf dem freien Markt nicht verbessert.

Für das Jahr 2005 fanden insgesamt 28 Personen in den Wohngruppen in der Kirchstr. 6 (23) in Lörrach und in der externen Wohngruppe (5) Aufnahme.

Hiervon haben wir bei 20 Strafentlassenen Hilfen nach 67 SGB XII ff. geleistet.

Der Anteil von Personen, welche gravierende Suchtprobleme mitbringen ist unverändert hoch, Personen ohne Suchtmittelabhängigkeit bleiben die Ausnahme.

Die Aussichten auf einen selbstständigen versicherungspflichtigen Arbeitsplatz sind nach wie vor nicht gut.

 

 

Die Zahl der Gesamtübernachtungen belief sich im Geschäftsjahr auf 2715

28 Personen fanden Aufnahme im Wohnheim bzw. in der externen Wohngruppe.

13 Personen haben nach dem Aufenthalt bei uns eigene, gesicherte Wohnverhältnisse

gefunden.

5 Personen verließen uns mit unbekanntem Aufenthalt.

Es wurden 2 Personen erneut inhaftiert

2 Personen mussten ohne Fristsetzung entlassen werden.

6 Personen waren über das Jahresende hinaus noch bei uns wohnhaft.

Nur 1 Person fand eine versicherungspflichtige Arbeitsstelle.

 

 

 

III. Sonderfonds

 

Im Jahre 2005 wurden zwei Entschuldungen durchgeführt.

Die Gesamtdarlehenshöhe betrug EURO 6 088,89

Mit diesem Darlehensbetrag wurden Schulden in Höhe von 16 500.-- reguliert.

Per 31.12.05 valutiert der Sonderfonds noch mit einem Betrag in Höhe von

EURO 31 848,74

Offene Forderungen bestanden per 31.12.2005 noch in Höhe von

EURO 10 709,15.--

 

IV.Arbeitsweisungen

 

Für das Jahr 2005 wurden 655 Jugendliche bzw. Heranwachsende (Vorjahr 597) mit gerichtlich angeordneten Arbeitsauflagen vermittelt. Davon waren zum Stichtag 31.12.05 539 Auflagen abgeschlossen.

In 109 Fällen bot die Staatsanwaltschaft Jugendlichen die Verfahrenseinstellung

( 45,2 JGG) nach Ableistung von gemeinnütziger Arbeit an.

Die Zusammenarbeit mit dem Jugendgericht und der Staatsanwaltschaft ist gut.

Auch mit den Einsatzstellen gab es bis Jahresende eigentlich keine Probleme.

Aufgrund von 3 strafrechtlich relevanten Vorfällen gegen Ende des Geschäftsjahres 2005, für die Jugendliche bei der Ableistung der Auflage verantwortlich gemacht werden, (Sachbeschädigung, Diebstähle) lehnen es im Moment das Pflegeheim Markgräflerland und das Elisabethenkrankenhaus ab, Jugendliche mit Auflagen zu beschäftigen. Dies ist sehr bedauerlich und erschwert die Vermittlungsarbeit erheblich. Es ist zu hoffen, dass dieser Zustand nicht allzu lange anhält.

 

 

V. Täter-Opfer-Ausgleich

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zuweisung von Verfahren zum TOA erfreulicherweise wieder kräftig zugenommen. Im Jahr 2005 wurden 28 TOA Verfahren mit 42 Beschuldigten und Geschädigten abgeschlossen. Weitere 9 Beschuldigte waren nicht zum TOA bereit.

Diese Entwicklung ist sehr erfreulich, weil etliche Verfahren im Rahmen des TOA von den Betroffenen eigenverantwortlich ohne Gerichtsentscheidung geregelt werden können.

Die häufigsten Delikte beim TOA waren Körperverletzungen (28), gefolgt von Diebstählen (4 ) , Sachbeschädigungen (2), Beleidigung , Bedrohung und Unterschlagung.( insgesamt 3)

Zur schnellen Regulierung von Schadensersatzforderungen und Schmerzensgeld haben wir den Opferfonds eingerichtet. Für den TOA können Darlehen in Höhe von jährlich EURO 3000.-- eingesetzt werden.

Im Jahre 2005 wurden in 3 Fällen Darlehen mit der Gesamtsumme in Höhe von

EURO 480-- ausgegeben. Hiervon war zum Jahresende alles zurückerstattet.

VII. Justizvollzugsanstalt Lörrach

Mit der JVA Lörrach gibt es die bewährte und gute Zusammenarbeit. Die meisten Haftentlassene kommen aus der JVA Lörrach, andere aus der JVA Waldshut-Tiengen, einige wenige aus anderen Justizvollzugsanstalten.

Der Verein gewährte neben der Haftentlassenenhilfe im Jahre 2005 der Justizvollzugsanstalt in Lörrach wiederum finanzielle Mittel, soweit für wichtige Belange kein Geld aus dem Staatshaushalt zur Verfügung stand.

Neben der traditionellen Finanzierung der Weihnachtsfeier in der Justizvollzugsanstalt Lörrach über den Verein, wurden auch die Kosten für die Ausrichtung des Sportfestes im Sommer übernommen, sowie die Übernahme der Kosten für Tageszeitungen, Zeitschriften und die Kosten für die sonstige Betreuung.

 

 

VII. Bewährungshilfe Lörrach

Gleiches wie für die Zusammenanbeit mit der JVA gilt für die Zusammenarbeit mit der Bewährungshilfe in Lörrach.

Neben der Bereitstellung für Wohnraum für Probanden der Bewährungshilfe in Krisensituationen findet die Unterstützung für das Klientel der Bewährungshilfe in Lörrach analog den Vorjahren in Form der Gewährung von Darlehen, Beihilfen und Fahrtkostenübernahme an Probanden der Bewährungshelfer statt.

Die Bewährungshelfer wurden daneben in ihrer Arbeit mit der Bereitstellung einer abrechnungspflichtigen Handkasse für kurzfristige und einmalige Hilfeleistungen an Probanden unterstützt.

Die berufliche Fortbildung wurde finanziell unterstützt.