Jugendhilfswerk Wiesloch e.V.

 

Anschrift                 Hauptstr. 120, 69168 Wiesloch

Telefon                     06261 2834

e-mail                       jhw.wiesloch@gmx.de

 

Vorstand                  Friedrich Stetzelberger (Vorsitzender u. Kassenführer)

                                 Cornelia Zimmer-Odenwälder (stellvertr. Vorsitzende)

                                 Eduard Koelblin (Schriftführer)

                                 Theophil Kirsch (Beisitzer)

                                 Ulrich Schefcik (Beisitzer)

                                 Walfried Müller (Ehrenvorsitzender)

 

Mitglieder                27 (Stand 01.01.2017)

 

Bankverbindung    Volksbank Kraichgau eG Wiesloch-Sinsheim

                                 IBAN: DE05 6729 2200 0009 1009 03

                                 BIC: GENODE61WIE

 

Leistungen

 

Die vom Jugendhilfswerk Wiesloch e. V. vereinnahmten Gelder finden vorwiegend zur Finanzierung folgender Maßnahmen für straffällige junge Menschen in den Landgerichtsbezirken Heidelberg und Mannheim Verwendung:

 

- Anti-Aggressivitäts-Trainings für straffällig gewordene Jugendliche und Heranwachsende aus Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis in Kooperation mit den zuständigen Jugendämtern (Kostenanteil 33,33 %)

 

- Soziale Trainingskurse für straffällig gewordene Jugendliche und Heranwachsende aus dem Rhein-Neckar-Kreis in Kooperation mit dem zuständigen Jugendamt und dem AWO Kreisverband Rhein-Neckar e. V. in Weinheim (Kostenanteil 50 %)

 

- Betreute Arbeitsweisungen für straffällig gewordene Jugendliche und Heranwachsende aus dem Rhein-Neckar-Kreis in Kooperation mit dem zuständigen Jugendamt und dem Internationalen Bund für Sozialarbeit Heidelberg (Kostenanteil 50 %)

 

- Sozialpädagogische Hilfestellungen zur sozialen und beruflichen Integration straffällig gewordener junger Menschen aus dem Rhein-Neckar-Kreis durch die Jugendagentur - Kompetenzagentur - Heidelberg eG (fallzahlabhängiger Förderungsbetrag).

 

Weitere Projekte seit 2011 waren die Förderung der sozialpädagogischen Arbeit

 

- in der Jugendarrestanstalt Rastatt durch Übergabe einer wertvollen

Sachspende 2011 (5 Laptops, 1 DVD-Recorder und 1 Digital-Kamera)

 

- in der JVA Bruchsal - Außenstelle Kislau - durch eine Zuwendung in Höhe von 2.000,00 Euro für den Start eines Sportprojektes im Jahr 2014.

 

Historie

 

Keimzelle des Vereins war die Jugendarrestanstalt im ehemaligen „Amtsgefängnis“  in Wiesloch. Dort war bis Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts die gebotene erzieherische Ausgestaltung des Jugendarrestes nur ansatzweise möglich. Das Justizministerium Baden-Württemberg konnte trotz fortwährender Bemühungen der Anstaltsleitung keine ausreichenden Mittel zur Durchführung der sozialen Betreuungsarbeit bereitstellen.

 

Eine Chance zur Beseitigung der unbefriedigenden Verhältnisse wurde letztendlich in der Selbsthilfe gesehen. Zu Beginn des Jahres 1987 reifte die Idee zur Gründung eines Vereins, dessen Zweck die pädagogische und soziale Betreuung von jungen Menschen in der Jugendarrestanstalt Wiesloch sein sollte. Durch Bußgeldzuweisungen von Gerichten und Staatsanwaltschaften sollten die Aufgaben finanziert werden.

 

Motor dieser Entwicklung war der damalige Anstaltsleiter und Direktor des Amtsgerichts Wiesloch, Walfried Müller. Ihm gelang es binnen kürzester Zeit, genügend Mitstreiter zu gewinnen. Am 09.04.1987 fand im Amtsgericht Wiesloch die Gründungsversammlung statt, an der fünfzehn Personen teilnahmen. Diese waren vor allem beim Amtsgericht, in der Jugendarrestanstalt und beim Jugendamt des Rhein-Neckar-Kreises beschäftigt. Keiner von ihnen ahnte zu diesem Zeitpunkt, welches Ausmaß das zukünftige Engagement des Vereins sowohl in finanzieller als auch in zeitlicher Hinsicht annehmen sollte.

 

Bald gliederten sich die Aufgaben schwerpunktmäßig in fünf Bereiche:

 

-           Anschaffung und Unterhaltung von Arbeits-, Sport- und Spielgeräten

-           Betreuung der Arrestantinnen und Arrestanten durch qualifizierte Fach- kräfte (Sozialarbeiter/Innen, Sozialpädagogen/Innen, Arbeitserzieher u. a.)

-           regelmäßige Fortbildung der Beschäftigten des Vereins und der Jugendarrestanstalt

-           gemeinsame Fortentwicklung des Betreuungskonzeptes

-           Förderung diverser einmaliger und laufender Projekte.

 

Zielgruppe der Arbeit waren junge Straffällige, die aus vielerlei Gründen mehr oder weniger große Defizite in ihrer geistigen, seelischen und körperlichen Entwicklung hatten. Neben dem Aufzeigen von Grenzen ging es darum, Zeichen zu setzen und positive Entwicklungsprozesse anzustoßen. Professionelles Fördern und Fordern war angesagt und gehörte zum Tagesgeschäft.

 

Die Inhalte der erzieherischen Arbeit erforderten eine fortwährende Überprüfung und ständige Weiterentwicklung. Dies war in der vorgegebenen räumlichen Enge und der breit gefächerten Problematik der jungen Menschen nur im Miteinander möglich. Deshalb war es von Anfang an das Bestreben des Vereins, alle Beschäftigten in der Anstalt in die soziale Arbeit einzubinden und ständig weiterzubilden. Hoch motivierte, engagierte und gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins arbeiteten fortan Hand in Hand mit Justizvollzugsbeamten, Köchinnen, Lehrern, Ärzten und Angehörigen vieler anderer Berufsgruppen, die im Lauf der Jahre haupt- und nebenberuflich sowie ehrenamtlich in der Jugendarrestanstalt tätig waren. Die Integration des Vereins in den Tagesablauf der Anstalt war bald so weit fortgeschritten, dass sich niemand mehr vorstellen konnte, wie der Arrestvollzug ohne seinen Einsatz zu bewältigen wäre.

 

Höhepunkt in der Vita des Jugendhilfswerkes war das 20-jährige Vereinsjubiläum, das am 11.10.2007 im Rahmen eines Festaktes im Kulturhaus der Stadt Wiesloch gefeiert wurde. Zahlreiche Gäste aus Justiz, Verwaltung und Kommunalpolitik hatten den Weg nach Wiesloch gefunden und dadurch ihre Wertschätzung für die hervorragende Arbeit des Vereins zum Ausdruck gebracht. Die Festansprache zum Thema „Neue Perspektiven im Arrestvollzug“ hielt  Ministerialrat a. D. Dr. Gerold Kofler.

 

Kaum drei Jahre später, Ende September 2010, wurde die Jugendarrestanstalt Wiesloch geschlossen. Das Wegbrechen des Vereinszweckes war die direkte Folge. Umso wichtiger war die bereits damals bestehende Kooperation mit den Jugendämtern des Rhein-Neckar-Kreises und der Stadt Heidelberg im Rahmen des Anti-Aggressivitäts-Trainings für straffällig gewordene Jugendliche und Heranwachsende. Dieses war Anfang 2010 auf Initiative des damaligen stellvertretenden Vorsitzenden, Direktor am Amtsgericht Andreas Schlett, in den Landgerichtsbezirken Heidelberg und Mannheim eingerichtet worden, nachdem die zwischen Justiz und Kommunen lange strittige Kostenfrage geklärt worden war. Erst die Vereinbarung der paritätischen Kostentragung durch die Stadt Heidelberg, den Rhein-Neckar-Kreis und „die Justiz“ über das Jugendhilfswerk Wiesloch hatte die Einrichtung des längst überfälligen AAT ermöglicht. Ohne diese Kooperation hätte der Verein nach der Schließung der Jugendarrestanstalt womöglich vor der Auflösung gestanden.

 

Am Ende eines Veränderungsprozesses wurde 2012 die Satzung an die neue Situation angepasst. Seither ist es Zweck des Vereins, pädagogische und soziale Aufgaben an Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erfüllen. Nach wie vor gilt das besonderes Augenmerk straffällig gewordenen jungen Menschen. Ihnen soll mit den von Gerichten, Staatsanwaltschaften und der Jugendgerichtshilfe zugewiesenen Mitteln der Weg in eine straffreie, eigenverantwortlich gestaltete, lebenswerte Zukunft durch berufliche Integration und soziale Teilhabe geebnet werden. Dies ist Kriminalprävention im besten Sinne und zugleich eine wichtige Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft.

 

Als Verein der freien Straffälligenhilfe im Oberlandesgerichtsbezirk Karlsruhe gehört das Jugendhilfswerk seit 1989 dem Badischen Landesverband für soziale Rechtspflege an.

 

Gemeinsam Herausforderungen erkennen und soziale Verantwortung übernehmen. Unter dieser Prämisse wird das Jugendhilfswerk Wiesloch e. V. auch in Zukunft erfolgreich sein und dem Satzungszweck entsprechend soziale Projekte im justiznahen Bereich initiieren und fördern.

 


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-Presseberichte

Stand: 01.11.2014